Großglockner – am Dach Österreichs
Er ist nicht nur der höchste Berg Österreichs, er ist auch einer der schönsten. Der Großglockner (3.798m) an der Grenze zwischen Kärnten und Osttirol. Bestiegen werden kann er von allen Seiten. Die Schwierigkeiten sind aber selbst am Normalweg nicht zu unterschätzen. Hier eine Auswahl der Anstiege der Reihe nach.
Normalweg von Süden
Der Anstieg auf den Großglockner von Kals ist der Normalweg auf der Osttiroler Seite. Ausgangspunkt ist das Lucknerhaus (mit immer aktueller Webcam) auf 1.920m. Das Lucknerhaus ist von Kals über die Kalser Glocknerstraße zu erreichen. Ab dort geht es zu Fuß weiter. Erstes Ziel ist die Lucknerhütte. An ihr vorbei gehen wir bis zur Stüdlhütte, moderne Architektur auf 2.900m Seehöhe in der Fanotscharte. Aber auch die Stüdlhütte nutzen wir nur zur Pause. Unser Ziel heute kann noch der Gipfel des Großglockners sein. Über den Teischnitzkees und den, fast wie einen Klettersteig versicherten Felsen gelangen wir zur höchsten Berghütte Österreichs, der Adlersruhe oder Erzherzog-Johann-Hütte (3.454m).
Rast auf der Adlersruhe
Nachdem wir alle voll motiviert sind, nutzen wir die Hütte zur Pause. Lassen unnötiges Gepäck stehen und holen uns noch am gleichen Tag den Gipfel. Es sind “nur” mehr 300 Höhenmeter, aber die haben es in sich. Steiles Eis und leichte Klettereien, dazwischen die Glocknerscharte mit ihren Tiefblicken. Für nicht erfahrene Alpinisten sind das die Argumente für einen Bergführer.
Großglockner – Gipfelsieg mit Bergführer
Dann haben wir es geschafft. Wir blicken auf Österreich. Freuen uns! Gewaltige Tour. Nach dem Gipfelfoto marschieren wir zurück zur Adlersruhe. Dort erwarten uns schon Bier, Abendessen und ein feines Lager (haben wir auch verdient, nach diesem Anstieg). Am nächsten Morgen geht es dann zurück zum Lucknerhaus.
Stüdlgrat
Der schöne Grat auf der Südseite des Großglockners endet direkt auf dem Hauptgipfel. Der Stüdlgrat ist eine wunderbare, ausgesetzte Kletterei im 3. Schwierigkeitsgrad. Aber der Grat ist nicht zu unterschätzen. Genächtigt wird auf der Stüdlhütte. Von dort gehen wir bis zur Luisenscharte. Dann geht es hinein in die wunderbare Kletterei. Die Schwierigkeiten können eventuelle Vereisung und Staus an Schlüsselstellen sein. Zügiges Klettern mit einem erfahrenen Bergführer minimieren diese Risiken. Abstieg vom Großglockner wie auf dem Normalweg.
Großglockner Nord-West-Grat
Die Südseite des Großglockners hat noch einen wunderbaren kombinierten Anstieg zu bieten, den über den Nord-West-Grat. Die knackige Tour (Ausgangspunkt ist wieder die Stüdlhütte) führt über den Ködnitz-Kees bis zur Gröger-Rinne. Die Eisrinne ist 45 Grad steil und endet in der Glocknerscharte auf 3.589m. Nach der genussvollen Eiskletterei geht es über die Gröger-Schneid bis zum Einstieg am NW-Grat (III+). Die Kletterei ist einfach schön mit der Draschplatte kurz vor Ende als Schlüsselstelle. Für erfahrenere Bergsteiger ist dieser Weg auf den Glockner sicher zu empfehlen.
Glocknerwand und Großglockner Überschreitung
Eine Route westalpinen Charakters ist die Überschreitung der Glocknerwand und des Großglockners. Lang, ausgesetzt, traumhafte Tiefblicke und Aussichten. Die sieben Grattürme der Glocknerwand werden alle direkt überklettert. Der Faktor Zeit (sprich Erfahrung im Standplatzbauen und raschem Abseilen, wieder ein Argument für einen Bergführer) spielt ebenso eine Rolle wie die notwendige Kondition. Über den NW-Grat geht es dann zum Gipfel des Großglockners. Abstieg über den Normalweg.
Glockner Nordwand (Pallavicini-Rinne, Berglerrinne und Co.)
Nichts von ihrer Faszination haben die steilen Routen an der Nordwand des Großglockners verloren. Wegen des Gletscherrückgangs ist die Frage des richtigen Tourenzeitpunkts entscheidend geworden. Dbei entscheidet nicht nur die aktuelle Wetterlage sondern zum Beispiel auch die Schneeverhältnisse im Winter. Wer hat Lust, die wirklich gewaltigen Touren zu gehen, klickt am besten hier.